Warum Diversifikation wichtig ist und bleibt

26. August 2022
3 Minuten Lesezeit
Diversification is the only free lunch in investing! „Diversifizierung ist das einzige kostenlose Mittagessen“ bei der Geldanlage, so ein Zitat, das dem Nobelpreisträger Harry Max Markowitz zugeschrieben wird.

Als eine der wichtigsten Methoden zur Risikostreuung hat die Diversifikation auch nach 70 Jahren nichts an Gültigkeit eingebüßt.
Diversifikation – oder um es mit einer der wichtigsten Börsenweisheiten auszudrücken: „Lege nicht alle Eier in einen Korb“ – bedeutet nichts anderes, als sein Vermögen zu streuen, indem man es u. a. in verschiedene Anlageklassen (z. B. Aktien, Anleihen, Rohstoffe oder Immobilien) investiert, um somit das Risiko bei der Vermögensanlage zu minimieren. Denn genauso gefährlich, wie alle Eier in einen Korb zu legen, ist es, sein Geld auf eine einzige Anlageklasse zu setzen. In beiden Fällen geht man ein hohes Risiko ein.

Diversifikation und Portfoliotheorie

Als Grundstein der modernen Portfoliotheorie sollte die Diversifikation jedem fortgeschrittenen Anleger bekannt sein. Daher schauen wir kurz zurück auf die 50er Jahre des letzten Jahrhunderts und die Geburtsstunde der modernen Portfoliotheorie. Das Konzept gewann durch den amerikanischen Ökonomen Harry Max Markowitz an Bedeutung. Gemeinsam mit Merton H. Miller und William Sharpe analysierte er den Zusammenhang zwischen Rendite, Risiko und den Effekt der Diversifikation. Dabei erkannten sie, dass Anleger bei gleichbleibender Rendite ihr Portfoliorisiko senken konnten, wenn sie weitere Anlageklassen hinzunahmen. Diese Erkenntnis bescherte ihm und seinen Kollegen 1990 den Wirtschaftsnobelpreis.

„Ein gutes Portfolio ist mehr als eine lange Liste von guten Aktien und Anleihen. Es ist eine ausbalancierte Einheit, die dem Anleger Chancen und Absicherung unter einer Vielzahl von möglichen Umständen bietet. Anleger sollten daher auf ein integriertes Portfolio hinarbeiten, das genau ihren Anforderungen entspricht.“

Harry M. Markowitz

Bei der Diversifikation auf die Korrelation achten

Die Streuung des Vermögens im Portfolio auf unterschiedliche Wertpapiere und somit die Verteilung der Risiken über mehrere Risikoträger funktioniert allerdings nur bei der richtigen Kombination. Gemäß Markowitz genügt es nämlich nicht, nur Risiko und Rendite einzelner Aktien oder Fonds isoliert zu betrachten, sondern es müsse die Korrelation zwischen den jeweiligen Wertpapieren untersucht werden. Die Korrelation misst, inwieweit ein Zusammenhang zwischen den Kursverläufen zweier Investments existiert, und spielt deshalb eine zentrale Rolle bei der Diversifikation.
Je mehr sich also die Kurse der einzelnen Wertpapiere in einem Portfolio zeitgleich nach oben oder nach unten bewegen, umso schlechter ist die Diversifikation dieses Portfolios und umso empfindlicher reagiert es auf Markteinflüsse. Entwickeln sich die Kurse der einzelnen Wertpapiere gegensätzlich, können dadurch Verluste ausgeglichen bzw. begrenzt werden. Zum Beispiel ist die Korrelation zwischen bonitätsstarken Staatsanleihen und Aktien von Natur aus niedriger als zwischen Aktien – unabhängig von deren regionaler Zugehörigkeit.

Gemessen wird die Korrelation mit dem sogenannten Korrelationskoeffizienten, der zwischen +1 und –1 liegen kann:
• +1 steht für eine vollständige Korrelation, also für eine Parallelentwicklung von zwei Investitionen.
• 0 steht für eine unabhängige Entwicklung.
• –1 steht für eine gegenläufige Entwicklung.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Je geringer die Korrelation zwischen zwei Anlagen ist, desto besser eignen sie sich für eine Diversifikation. Für die Zusammenstellung eines optimalen Portfolios bedeutet dies, Anlagen zu kombinieren, die eine möglichst geringe Korrelation aufweisen, um das Kursrisiko im Falle von Verlusten zu reduzieren.

Fazit

Die Diversifizierung zählt zu den wichtigsten Bedingungen für einen erfolgreichen und fortwährenden Vermögensaufbau, da sie es ermöglicht, langfristig das optimale Verhältnis aus Rendite und Risiko zu erzielen.
Dein Portfolio sollte deshalb sowohl über Anlageklassen als auch über Länder und Branchen diversifiziert sein. Um das Risiko der Geldanlage weiter zu senken, sollten die Anlageklassen ebenfalls breit diversifiziert sein und eine geringe Korrelation untereinander aufweisen. Um die Zusammenstellung eines solchen Portfolios musst du dich nicht zwangsläufig selbst kümmern. Eine digitale Vermögensverwaltung kann dir als zuverlässiger Partner zur Seite stehen und dir die Arbeit abnehmen, so dass du dich nicht selbst um deine Geldanlage kümmern musst.

Bei bevestor ist der Investmentprozess wissenschaftlich fundiert und sorgt neben der richtigen Balance der Anlageklassen auch für die professionelle Auswahl der eingesetzten Produkte. Die Basisportfolios berücksichtigen alle wichtigen internationalen Aktien- und Rentenmärkte von Industrie- und Schwellenländern. Rohstoffe dienen der weiteren Diversifikation der Portfolios, da deren Korrelation mit den Anlageklassen Aktien und Renten relativ gering ist. Des Weiteren wird Liquidität den sehr risikoarmen Basisportfolios zur Senkung der Volatilität beigemischt. Bei Select Nachhaltigkeit wird auf die Anlageklasse Rohstoffe verzichtet, da diese Portfolios unter Berücksichtigung ökologischer, sozialer und ethischer Aspekte zusammengesetzt werden. Für die Umsetzung der Anlagestrategie nutzen wir kostengünstige ETFs und zur Individualisierung kannst du jederzeit attraktive Investmentthemen hinzuwählen. Über die einzelnen Fonds in deinem Portfolio bist du mittelbar in ca. 10.000 Einzeltitel investiert. Bei bevestor legst du dein Geld somit in Portfolios an, die so ausgerichtet sind, dass sie stets ein optimales Rendite-Risiko-Profil aufweisen